


Im Schuljahr 2025/2026 stand der Projektorientierte Unterricht im 9. Jahrgang unter dem Jahresthema „KI in Bildung, Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technik“. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich damit mit einer Entwicklung auseinander, die bereits heute viele Bereiche des Alltags, des Lernens, der Arbeitswelt und der kreativen Gestaltung verändert. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die technischen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz, sondern auch die Fragen, wie KI unser Denken, unsere Kommunikation, unsere Vorstellungen von Kreativität und unsere Verantwortung im Umgang mit digitalen Werkzeugen beeinflusst.
Das Jahresthema eröffnete vielfältige Zugänge, weil KI sowohl als Werkzeug als auch als Gegenstand kritischer Reflexion verstanden werden konnte. In der Bildung stellte sich die Frage, wie Lernen individueller, unterstützender und zugleich verantwortungsvoll gestaltet werden kann. In Kunst und Kultur ging es darum, wie menschliche Kreativität und maschinell erzeugte Inhalte zusammenwirken oder voneinander unterschieden werden können. In Wissenschaft und Technik untersuchten die Schülerinnen und Schüler, wie KI-Systeme Informationen verarbeiten, Entscheidungen vorbereiten und neue Anwendungen ermöglichen. Zugleich wurde deutlich, dass KI nicht neutral ist, sondern immer von Menschen entwickelt, genutzt und bewertet werden muss.
Aus dieser Auseinandersetzung entstanden unterschiedliche Produkte, die das Thema anschaulich und greifbar machten. In selbst gestalteten Dioramen entwarfen Schülerinnen und Schüler Städte in 100 Jahren und fragten danach, wie Künstliche Intelligenz das Wohnen, die Mobilität, das Zusammenleben und die Gestaltung öffentlicher Räume verändern könnte. Dabei wurden Zukunftsvorstellungen nicht nur technisch gedacht, sondern auch mit sozialen und ökologischen Fragen verbunden.
Ein weiteres Projekt beschäftigte sich mit der Entwicklung eines Spiels, das echte Bilder und KI-generierte Bilder thematisierte. Die Schülerinnen und Schüler machten damit erfahrbar, wie schwierig es sein kann, künstlich erzeugte Darstellungen von fotografischen Aufnahmen zu unterscheiden. Zugleich regte das Spiel dazu an, über Vertrauen, Manipulation, Medienkompetenz und die Verantwortung beim Umgang mit Bildern im digitalen Raum nachzudenken.
Auch technische Anwendungen wurden im PU praktisch erprobt. So entstand ein eigener Sprachassistent, bei dessen Entwicklung die Lernenden nachvollzogen, wie digitale Systeme auf Sprache reagieren, Informationen verarbeiten und mit Nutzerinnen und Nutzern interagieren können. Dieses Projekt verband informatisches Denken mit Fragen der Bedienbarkeit, des Datenschutzes und der Grenzen automatisierter Kommunikation.
Neben den Chancen von KI nahmen die Schülerinnen und Schüler auch Unsicherheiten und Ängste ernst. Sie setzten sich damit auseinander, welche Sorgen mit Künstlicher Intelligenz verbunden sind, etwa die Angst vor Kontrollverlust, vor falschen Informationen, vor Überwachung oder vor Veränderungen in der Arbeitswelt. Indem diese Fragen offen besprochen und in Projekten verarbeitet wurden, entstand ein reflektierter Blick auf KI, der weder nur begeistert noch grundsätzlich ablehnend war.
Ein besonderer Schwerpunkt lag außerdem auf der Frage, wie KI Schule verändert und welche Rolle Lehrpersonen künftig einnehmen. Die Schülerinnen und Schüler untersuchten, wie KI beim Lernen unterstützen kann, wo menschliche Begleitung unverzichtbar bleibt und warum Lehrkräfte auch in einer digital geprägten Schule Orientierung, Beziehung, pädagogisches Urteil und Verantwortung einbringen.