Klasse 12c (ästhetisches Profil) mit "Peter Schlemihls - Winterreise" bei der Schultheaterwoche in Großhansdorf.
Neben der Präsentation der eigenen Inszenierung hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die Inszenierungen der anderen ausgewählten Schulen zu sehen, gemeinsam zu besprechen und an attraktiven Workshops professioneller Schauspieler und Regisseure teilzunehmen.

Magic Moments während der Schultheaterwoche in Großhansdorf

 

We re all together now. Das Individuum ist aufgehoben. Spontan inspiriert von ästhetischen Gesängen äußerte Herr Stroh diesen Gedanken und beschrieb damit passend das Gefühl von Zusammenhalt, das während der Schultheaterwoche in Großhansdorf vorherrschte. Begleitet von Frau Kelleh und Herrn Stroh genoss das ästhetische Profil der 12. Klassen eine besondere Projektfahrt. Während der Zusammenkunft von 13 Darstellenden-Spiel-Gruppen aus Gymnasien, Förder- und Grund-, Gesamt- und Berufsschulen vom 10. bis 13. Februar 2011 konnte aber nicht nur das Gemeinschaftsempfinden intensiviert werden, sondern auch kritisch auf die Produktionen und Stücke anderer Gruppen geblickt und der eigene Spielhorizont erweitert werden.

Das Festival der kleinen Form begann mit einer Puzzleaufgabe, die einen ersten Kontakt zwischen den Gruppen ermöglichte. Einen weiteren Eindruck konnte man am Abend gewinnen, als diese sich in jeweils drei Minuten mit einer kleinen Szene vorstellten. Die Präsentationen reichten von der eher simplen, wörtlichen Umsetzung des Themas Zeit totschlagen zu humorvollen und interpretationsoffeneren Darbietungen. Den Ausklang des Tages bildete die Macbeth Inszenierung des gastgebenden Emil-von-Behring Gymnasiums. Die Reaktion des Publikums reichte von großem Lob bis zu Äußerungen wie: Das war das beste Stück, das ich je gesehen habe , die ihrerseits genauso viel Tiefgang wie die Inszenierung selbst bewiesen.

Nach einer mehr oder weniger erholsamen und gemütlichen Nacht in den Klassenzimmern der Schule begann Freitag die Arbeit in Workshops. Unser Profil verteilte sich dabei auf die Themenbereiche Theater im Öffentlichen Raum , Genau der Moment , Improvisation , Bühnenkampf und Begegnungen . Vor der Präsentation der erarbeiteten Workshop-Inhalte hatte man die Gelegenheit, sich die farbenfrohen und liebevoll gestalteten Aufführungen der Förder- und Grundschulen anzuschauen.

Mit Themen wie Recht und Unrecht, Liebe, Medienabhängigkeit und Selbstempfinden, die Stellung des Einzelnen in der Gesellschaft und den Autoren Brecht und Cocteau beschäftigten sich auch die Inszenierungen am Samstag, die jeweils ausschnitthaft dargeboten wurden. Jeder Präsentation folgte wie am vorherigen Tag ein Aufführungsgespräch, während dessen positive sowie negative Kritik, Anregungen und Fragen geäußert werden konnten. Ein wirklich konstruktiver Gedankenaustausch kam allerdings nur selten zu Stande, weil nur wenige sich trauten bei all der Begeisterung Verbesserungsvorschläge anzubringen. Dennoch konnte einiges an Rückmeldung eingeholt werden. Als Abschlusshighlight wurde ein Fest mit DJ und Live-Musik organisiert. Nach schnellem Einschätzen der Situation überließen wir den Jüngeren die Tanzfläche in der Mensa und verbrachten anderswo einen geselligen Abend.

Eine letzte Aufführung, dargeboten am Sonntagmorgen, wurde gefolgt von erneuten drei-minütigen Präsentationen der Gruppen, die den Rahmen schlossen und durch die unterschiedliche Auseinandersetzung mit dem Thema Schultheaterwoche Großhansdorf den Facettenreichtum des Festivals widerspiegelten.

Rückblickend bedeuten diese vier Tage einen immensen Zuwachs nicht nur für unsere eigene Inszenierung Peter Schlemihls wundersame Reise (Aufführungen im Mai) und die dabei gewonnene Bühnenerfahrung sondern auch eine geistige Bereicherung. Viele Szenen, darin enthaltene Bilder und besonders die Darbietungen der Förderschulen berührten tief und zeigten uns, wie viel möglich ist, wenn nur der Wille und die Motivation vorhanden sind.

Für unsere eigene Inszenierung bekamen wir großes Lob und den Hinweis, uns mit dieser Produktion für die bundesweite Begegnung Schultheater der Länder zu bewerben, bei der jedes Bundesland durch eine Gruppe mit einer Theaterproduktion vertreten ist.

 

Silke Niemann, 12c

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                                    Quelle: Hamburger Abendblatt, Beilage Stormarn