"O du fröhliche" - Weihnachtskonzerte am LGN

Das Angebot der diesjährigen Weihnachtskonzerte vom Lessing-Gymnasium am 20. und 21.Dezember begeisterte wiedermal hunderte von Besuchern. Viele kleine und große Schülerinnen und Schüler präsentierten sich und ihre Stücke in der „TriBühne Norderstedt“.

Schon die Generalprobe am Montagvormittag zeigte, dass auch in diesem Jahr die Auswahl der Stücke groß war: Von „O Tannenbaum“ bis „Die Geburt Christi“ - die unterschiedlichsten Genres, die verschiedensten Melodien. Die Begeisterung nach dieser Probe war allerdings nicht bei allen entsprechend, dennoch wurden die Konzerte ein großer Erfolg.

Wie jedes Jahr eröffnete Frau Leopold als Schuldirektorin den künstlerischen Abend und ließ mit ihrer Ansprache die Vorfreude seitens des Publikums wachsen. Der „kleine“ Chor – bestehend aus fast 80 Sängerinnen und Sängern und Auftakt des Konzerts – sang die Lieder „Vois sur ton chemin“ aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ und „Mary, Mary“. Für ältere Schüler war dies eine kleine Erinnerung an frühere Chorzeiten, so wurden beide Stücke bereits vor drei, vier Jahren vorgetragen. Doch der starke Ausdruck und die gegensätzliche Stimmung beider Lieder erlauben sehr gern eine Wiederholung.

Herr Hoffmann – neben Herrn Stroh, Herrn Packeiser, Herrn Astner und Herrn Dohm ein weiterer Musiklehrer und Mitverantwortlicher des Konzerts – leitet seit diesem Schuljahr den Mittelstufen-Chor. Für große Freude im Publikum sorgte die „Showeinlage“ der jungen Chorsänger. Mädchen links, Jungen rechts und man sang gegeneinander, dass „Küssen und dem Mistelzweig“ sehr unbeliebt sei. Im Gegensatz zu den Mädchen, sollten die männlichen Sänger noch etwas am Taktgefühl beim Schunkeln arbeiten, was natürlich auch an der Nervosität liegen könnte. Wann schaut man schonmal einem Mädchen beim Singen in die Augen...

Fehlendes Taktgefühl kann man der Gruppe der Percussion-AG nun gar nicht nachsagen. Wieder stieg die Stimmung im Publikum als die ersten Trommler zu schlagen begonnen und brasilianische Rhythmen erzeugten. Diesmal waren Kunststoffrohre die Attraktion. Wir können also gespannt sein, ob nächstes Jahr Mülltonnen und Baseballschläger im Programm stehen.

Etwas besinnlicher wurde es dann kurzzeitig mit den Schülern des Orchesters, die ihre eigene Interpretation für den „Kuckkuck“ aus dem „Karneval der Tiere“ darboten und mit dem bekannten Jingle eines großen deutschen Telekommunikationsunternehmens Unstimmigkeiten im Publikum auslöste. Denn es fehlten die margentafarbenen Weihnachtsmützen, die die Bedeutung der kleinen Melodie, die wirklich ohne Fehler 23 Mal von Vincent Arp (13c) gespielt wurde, unterstützt hätten.

Das Orchester geht ab und die Big Band tritt auf. Freude bei allen Beteiligten und allen Zuschauern. Berit Koch (12c), die Soulstimme der Schule, performte mit viel Mimik und Gestik und wurde wunderbar von der gesamten Truppe instrumental unterstützt. Zwei weitere Stücke erlaubten großen Beifall schon während des Spielens und waren von mehreren Soli geprägt. Herr Packeiser hat das halbe Jahr genutzt und den guten Ruf der Big Band 2 beibehalten. So war es nicht verwunderlich, dass ein weiteres „Highlight“ den Abend bestimmte: „O Heiland reiß den Himmel auf“ wurde in Blasorchesterformation mit allen Bläsern des Orchesters 2 und der Big Band 2 sowie Percussion aufgeführt. Ein Besonderheit, die neu im Programm war.

22 Uhr – der zweite Teil des abendlichen Konzerts beginnt und damit auch der Höhepunkt. Gut 200 Schüler und vier Lehrer standen zusammen auf einer Bühne. Das Orchester vorn, dahinter die Bläser der Big Band, der Kinderchor der 5. und 6. Klassen sowie der große Chor. Auf dem Programmzetteln stand: „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg. Ein Werk aus 34 Stücken, wir beschränkten uns auf 17. Nach einem instrumentalen Vorspiel war dann die „Gemeinde“ aufgefordert zusammen mit den Chorsängern die ersten Strophen und damit die Einleitung für den Evangelisten zu singen. Der Evangelist war in diesem Jahr der bekannte Chemielehrer Herr Schön. Er erzählte als Tenor die Geschichte der Geburt des Heiland und all den anderen Ereignisse dieser berühmten Nacht in Bethlehem.
Der Chor setzte vierstimmig ein und erzeugte schnell eine Gänsehaut bei den Zuhörern. Etwas unruhig wurde es zwischenzeitlich als einige Bläser, die gleichzeitig im Chor singen sollten, aufstehen mussten, um sich dann auf das bereits volle Podest zu stellen. Platz zum Atmen war wenig. Die kleinen Pausen zwischen den Stücken wurden aber sehr schnell von der hohen Kunst überschattet, die die Schüler dieses Jahr zeigten.
Seien es die Stücke der Frauenstimmen oder die der Männerstimmen, beider zusammen oder gar das Engelssolo von Eva Damrau (13c). Beispiele dafür, dass die Schüler viel Können, Talent und Fleiß bewiesen. Sogar die ganz kleinen Schüler des Lessing-Gymnasiums trugen ihren Teil beim Finale bei und sangen als „Chor der Kinder“ zusammen mit vier Vertreterinnen des Großen Chors ein dreistimmiges Lied.
Nach Engeln und Kindern kam dann das Quartett, bestehend aus den Lehrern Herrn Hoffmann, Herrn Packeiser und Herrn Schön sowie Felix Gessert (Abitur 2007). Wer die Band „Adoro“ kennt, kann sich eine ungefähre Vorstellung davon machen, wie diese vier Stimmen miteinander harmoniert haben. Eine große Leistung. Für den Rahmen durfte das Publikum erneut den Chor für zwei Strophen begleiten und danach einen wirklich kräftigen Applaus geben. Alle waren begeistert. Das Konzert war ein voller Erfolg.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass Herr Stroh von seinem „Großen Chor“ eine Karte geschenkt bekommen hat, die die Melodie von „O du fröhliche“ spielt. Denn die Tradition eines Weihnachtskonzert des LGN fiel dieses Jahr aus: Man sang nicht gemeinsam dieses schöne Weihnachtslied, sondern das zum Oratorium gehörende Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Wir drücken nun alle ganz fest die Daumen, dass nächstes Jahr wieder die Tradition für eine schöne Weihnachtsstimmung sorgen wird.
Sina-Felicitas Wende (12b)

Video und Fotos: thi

>Konzertprogramm< [116 KB]