eine Initiative zum Klimaschutz der NaWi-Klasse 11a des
Lessing-Gymnasiums Norderstedt und der Devonport Highschool for Boys (DHSB)

Wochenlange Vorbereitungen, perfekt recherchierte Vorträge und interessante Firmenbesuche - das war der erste Teil des Projekts "Low Carbon", den die 11a, die NaWi-Klasse des Lessing-Gymnasiums in Norderstedt, im November vergangenen Jahres in Form einer Projektwoche veranstaltet hat, um sich intensiv mit dem Thema Klimaschutz und den Möglichkeiten zur Reduzierung des schädlichen Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) auseinandersetzten zu können.

Alles war vertreten: Schüler präsentierten globale und nationale Forderungen und anschließend wurde auf regionaler Ebene weiter geforscht, inwieweit Klimaschutz wirklich betrieben wird. Hierzu besuchte die Klasse verschiedene Firmen wie die Stadtwerke Norderstedt, um deren Blockheizkraftwerk zu inspizieren, die Biogasanlage in Ellerau, die Windmesse "Wind Energy" in Husum sowie den Windparkbetreiber Nordex, die Müllverbrennungsanlage in Neumünster und schließlich wurden die Wasserstoffbusse auf dem Gelände in Hummelbüttel genauestens auf ihre Effizienz hin untersucht. Außerdem konnten die Schüler sich zweimal sehr anschaulich die Funktionsweise einer Brennstoffzelle im Forschungszentrum in Geesthacht anschauen.

Ein knappes halbes Jahr später, 7.35 morgens, Hamburg Airport: Die Gesichter noch sehr verschlafen, die Stimmung eher ruhig, doch alle haben eins gemeinsam: Die Schüler freuen sich auf den zweiten Teil des Projekts, der am Sonntag, den 29.03. mit dem Flug nach Heathrow begann.
Um 9.30 "local time" hatte jeder sein Gepäck wieder und bevor es von Paddington mit dem Zug nach Plymouth weiterging, gab es noch ein kleines Highlight: Zwei Stunden Freizeit in der Weltmetropole London. Im Sturmschritt wurden Big Ben, Buckingham Palace und Picadilly Circus besucht, bevor es um 14.00 weiterging. Doch was wäre eine Reise, wenn alles perfekt laufen würde - kurz vor Plymouth hatte der Zug eine Panne und die Gäste wurden auf Busse umgeladen bzw mussten teilweise 2,5 h auf den nächsten Zug warten. Die Engländer bewiesen hierbei jedoch eine erstaunliche Ruhe und Gelassenheit, die sich die Deutschen ruhig mal abgucken könnten.
Gegen 8 Uhr abends waren schließlich alle heil und gesund im Hotel oder in den freundlichen Gastfamilien angekommen und ein anstrengender Reisetag ging zuende.

Leider war die Nacht natürlich viel zu kurz. Ein schnelles "English Breakfast" und ab ging es zur DHSB, einer 200 Jahre alten Schule für Jungen, die früher ein ehemaliges Militärkrankenhaus war, das mit dem Hafen über einen Kanal verbunden war, sodass die bei Seeschlachten verletzten Soldaten direkt mit kleinen
Booten in das Hospital gerudert werden konnten.
Leider war wenig Zeit, sich mit der Geschichte der Schule auseinander zu setzen, denn es ging gleich mit den Präsentationen der jeweiligen Projekte des Lessing-Gymnasiums und der DHSB los, um sich auszutauschen, denn wie die 11a hatte auch eine Gruppe Schüler der DHSB sich mit dem Projekt "Low Carbon" beschäftigt.
Neue Erkenntnisse über Klimaschutzmaßnahmen in England und Deutschland wurden bis zum Mittag von beiden Seiten gesammelt. Deutlich wurde dabei von englischen Schülern auf die deutsche Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien und auf die Abfallbewirtschaftung mit thermischer Nutzung verwiesen.

Nachmittags experimentierte die Klasse 11a mit dem A-Level-Abschlusskurs in Physik der DHSB und verglich experimentell die Effizienz von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen mit dem Ergebnis, dass die Solarthermie, d.h. die Erzeugung von Wärme mit Hilfe der Sonne deutlich effektiver ist als die Erzeugung von elektrischem Strom mithilfe der Photovoltaik.
Verblüffend wirkte dann für die Gastgeber, dass durch die staatliche Förderung des Photovoltaikstroms in Deutschland viele Hauseigentümer solare Stromerzeuger auf den Dächern installieren.

Der Dienstag begann mit einer Aufteilung der Klasse in zwei Gruppen: Eine Gruppe arbeitete den ganzen Tag in der Schule in dem Fach "Technology" - ein Fach, das in Deutschland leider nicht unterrichtet wird und daher bei uns auf große Begeisterung stieß.
Technology, das hieß für uns in dieser Lerneinheit :
1. Am Computer mithilfe von 2D- und 3D- Konstruktionsprogrammen Werkstücke wie USB-Sticks, Türschilder und Schlüsselanhänger zu entwerfen
2. Diese Werkstücke farblich zu designen und anschließend
3. die Ergebnisse mit einem ca. 15.000 € teuren Laserschneider auf Millimeter genau auszuschneiden.

Anschließend wurde uns Projekte der englischen Schüler vorgestellt, die gerade an der Erstellung einer persönlichen Musikbox arbeiteten oder bei einem Internationalen Wettbewerb in Malaysia den 1. Platz mit ihrem selbst konstruierten Rennwagen erreicht hatten.

Die andere Gruppe des LGN besuchte derweil zwei Industriebetriebe, die es sich zu Aufgabe gemacht haben, ihre Ressourcen möglichst sparend und energieeffizient einzusetzen. Dies war einmal die "Barden Company", eine Tochterfirma der Schaeffler Group, die Präzisionsarbeit in der Produktion von Spezialkugellagern leistet. Diese High-tech-Kugellager, die auf einen Mikrometer genau gefertigt sein müssen, werden anschließend z.B im Luft- und Raumfahrtbereich eingesetzt.
Danach ging es weiter zu "Rittal", eine Firma, die Gehäuse für Server herstellt und uns dabei ihre Bemühungen um effektives Energiemanagement in einem Ressourcenkreislauf erläuterte.

Um die internationalen Bindungen zwischen den Deutschen und Engländern zu stärken, wurde ein gemeinsames Bowlen am Abend veranstaltet und ein Fußballspiel auf der riesigen Grünanlage der Schule organisiert.
Mittwoch stand ein gemeinsamer Ausflug der Klasse zum "Eden Project" an.
"Eden Project" ist eine riesige, futuristisch wirkende Anlage, die aus hellen, hexagonal
strukturierten Kuppeln besteht, die dem Auge eines Insekts nachgebildet sind. Die ganze Konstruktion, die in einem sonnigen Tal eingebettet ist, wirkt auf den Besucher wie eine Raumstation auf einem anderen Planeten. Im Garten Eden werden verschiedene Klimazonen der Erde in riesigen gewächshausähnlichen Gebäuden nachgebildet um die Wichtigkeit von ausgewogener Nutzung erneuerbarer Energien in einer nachhaltig bewirtschafteten Umwelt für den Planeten deutlich zu machen.
Das ganze ist sehr kreativ und liebevoll angelegt und die Schüler fanden sich beispielsweise plötzlich in Spanien bei mediterranem Klima oder in den Subtropen, wie es sie auf den Seychellen oder in Südamerika gibt, wieder. Viele informative Tafeln und kleine Experimente machten Biologie wieder viel greifbarer.

Donnerstag tauschten die Gruppen von Dienstag ihre Rollen und trafen sich abends zum Abschlussessen wieder.
Und schließlich - mal wieder viel zu früh am Morgen - diesmal um 7.15 trat die 11a ihre Rückreise nach Hamburg an und geht nun mit vielen Ideen und Anregungen zum Klimaschutz in die zweiwöchigen Frühjahrsferien.

Sabrina Höft, Katharina Rohrmoser Kl 11a